Wettingen macht Schule: Ausbau Oberstufe, Primarstufe und ergänzende Schulangebote

In Wettingen soll auf einem Areal die Oberstufe zusammengeführt werden. Weiter bleibt die Primarschule auf dem Areal bestehen und ergänzende Schulangebote können entstehen. Dabei werden auch Räume für Vereine und Freizeit geschaffen. Hier finden Sie alle Informationen zu diesem Projekt.

Karussellsteuerung

Karussell

Um was geht’s?

Schulraum in Wettingen ist rar. Die Schülerinnen- und Schülerzahlen steigen, ebenso die Anforderungen an den Unterricht und die Räumlichkeiten. Um dem anstehenden Wachstum proaktiv zu entgegnen, soll auf dem Areal Margeläcker die Oberstufe zusammengeführt werden. Es ist noch offen, wie die neue Schullandschaft genau aussehen wird. Es ist möglich, dass ein grösseres Gebäude geplant wird oder mehrere kleinere Gebäude. Nach Fertigstellung werden die Schülerinnen und Schüler der Sereal und Bezirksschule in zeitgemässen und lehrplanfähigen Gebäuden unterrichtet. Auch eine neue Turnhalle wird geplant. Die bestehenden Schulgebäude können nach dem Bau der Etappe für die Oberstufe in einem zweiten Schritt saniert werden. So ist Wettingen ist für das kommende Wachstum bestens gerüstet.

Was ist das Ziel?

  • Kontinuierliche, adäquate Bildung und Förderung der Schülerinnen und Schüler der Schule Wettingen
  • Ausreichender und zeitgemässer Schulraum 
  • Weg von Provisoriumslösungen
  • Förderliche Lernatmosphäre 
  • Raumgestaltung nach pädagogischen Erfordernissen und Konzepten 
  • Wettingen als attraktiven Bildungsstandort positionieren

Wer profitiert?

Auf Grund der Verlegung der Bezirksschule auf das Areal Margeläcker profitieren alle Schülerinnen und Schüler in Wettingen. Das zeichnet sich in den Zyklen I und II durch kürzere Schulwege und in allen Zyklen durch mehr und zeitgemässen Schulraum ab. Weiter profitiert Wettingen auch als Schulstandort, da zusätzlicher Schulraum auch pädagogische Innovation und ergänzende Schulangebote zulässt.

Was braucht’s?

Um die bestmögliche Variante zu realisieren, wird als nächstes ein Studienauftrag durchgeführt, welcher öffentlich ausgeschrieben wird. Es braucht danach eine Genehmigung des Projektierungskredites durch den Einwohnerrat und die Stimmbevölkerung. Diese proaktiven Investitionen sind wichtig, um den Schülerinnen und Schülern eine zeitgemässe Bildung zu ermöglichen. Nach der Erarbeitung des Projekts erfolgt die Genehmigung des Kreditbegehrens für den Neubau – ebenfalls durch den Einwohnerrat und die Stimmbevölkerung. 

«Mit der Realisierung der Schullandschaft im Margeläcker kann ein Flickenteppich über die ganze Schulinfrastruktur vermieden werden» 

Christian Wassmer, Vizeammannn

Timing

Die Schulraumplanung in Wettingen erstreckt sich bereits über mehrere Jahre und zielt vorausschauend bis ins Jahr 2040, um proaktiv den wichtigsten Entwicklungen zu entgegnen. 

Was bisher geschah

Übergangsräumlichkeiten (Container) für Bezirksschule

Durch die Ablehnung der Erweiterung erfolgte anschliessend eine umfassende Gesamtbetrachtung der Wettinger Schulinfrastruktur.

Die Fraktion SVP reichte am 2. September 2021 ein Postulat betreffend Standortevaluation und Erstellung eines Oberstufenzentrums für die Gemeinde Wettingen ein. Das Postulat und die zugehörigen Akten finden Sie hier

Masterplanung zum Schulraum in Wettingen durch Fachingenieurbüro und Begleitkommission mit Blick bis 2040.

Die Machbarkeitsstudie, welche mit Arbeitsgruppe und Fachingenieurbüro Landis AG durchgeführt wurde, bestätigt, dass das Projekt im Margeläcker umgesetzt werden kann. Aus dem Bericht gehen fünf Konzeptansätze hervor.

Die Weichen für eine fundierte und nachhaltige Schulraumplanung sind gestellt.

Öffentliche Ausschreibung für ein Konkurrenzverfahren

Die Verantwortlichen erarbeiten die Grundlagen für den Studienauftrag. Darin werden die Rahmenbedingungen und Anforderungen an die künftige Schullandschaft definiert. Auf Basis dieser Vorgaben erarbeiten die Architekturbüros ihre Projektstudien. 

An vier Work-Shops und in einer Online-Umfrage haben über 700 Teilnehmende von April bis Juni 2024 zusammen ihre Visionen der zu planenden Schullandschaft Margeläcker erarbeitet. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die Ergebnisse und Eindrücke. 

Mit dem Budget 2025 wurde der Stimmbevölkerung eine Vorfinanzierung für das Oberstufenzentrum unterbreitet. Vorfinanzierungen dienen dazu, die finanziellen Auswirkungen von aussergewöhnlichen Investitionsvorhaben auf die Erfolgsrechnung zu glätten und auf zusätzliche Jahre zu verteilen, um grössere Steuerfussschwankungen zu vermeiden. Das Stimmvolk hat das Budget und die Vorfinanzierung knapp abgelehnt. Diese Ablehnung hat keinen Einfluss auf die Weiterbearbeitung des Projekts Schullandschaft Margeläcker. 

Die aus Fachpersonen und Bildungsvertretenden bestehende Jury prüfte die eingereichten Projektstudien und bewertete diese. Das Siegerprojekt bildet die Basis für den Projektierungskredit. Alle eingereichten Studien wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

An der Informationsveranstaltung zur Masterplanung Schulrauminfrastruktur informierten Fachpersonen die interessierte Bevölkerung über die beste Lösung für den zukünftigen Schulraum in Wettingen.

Um eine optimale Prüfung des Geschäfts zu ermöglichen, wurden die Mitglieder des Einwohnerrats an einem separaten Informationsanlass vertieft über die Vorlage informiert. 

Der Einwohnerrat genehmigt mit 42 Ja- zu 4 Nein-Stimmen das Kreditbegehren von 7'800'000 (inkl. MwSt.) für den Projektierungskredit zur Planung der Schullandschaft Margeläcker.

Nächste Schritte

An der öffentlichen Informationsveranstaltung wird die Bevölkerung über den Entscheid des Einwohnerrats zum Projektierungskredit informiert. 

Der Entscheid des Einwohnerrats untersteht dem obligatorischen Referendum und wird der Stimmbevölkerung zur Abstimmung unterbreitet. 

Der Baukredit wird dem Einwohnerrat zur Genehmigung vorgelegt.

An der öffentlichen Informationsveranstaltung wird die Bevölkerung über den Entscheid des Einwohnerrats zum Baukredit informiert. 

Der Entscheid des Einwohnerrats untersteht dem obligatorischen Referendum und wird der Stimmbevölkerung zur Abstimmung unterbreitet. 

Investitionen (Preisbasis 2020)

«Diese Investitionen sind sinnvoll und notwendig, um den Entwicklungen vorausschauend entgegenzuwirken. Mit dem Studienauftrag wird das langfristig – wirtschaftlich wie gesellschaftlich – nachhaltigste Konzept für Wettingen evaluiert.» 

Serge Bütler, Projektleiter Landis AG

Fragen und Antworten

Bereits seit 2017 ist der zukünftige Schulraum Wettingen in der Politik im Gespräch. Die Bevölkerungs- und Schülerzahlentwicklung waren in der Tat schon länger ein Thema. Es gab verschiedene Lösungsstrategien, darauf zu reagieren. Eine kurzfristige Lösungsstrategie war, die Bez zu erweitern, was aber abgelehnt wurde. Deshalb machte man eine Gesamtschau über alle Schülerzahlen im ganzen Gemeindegebiet, um herauszufinden, wo sich welche Quartiere wie entwickeln und welchen Schulraum es dafür braucht. Alle freien Landflächen für Schulerweiterungen wurden geprüft, mehrere mögliche Varianten wurden gegeneinander abgewägt und am Ende wurde die Lösung für den Ausbau der Schullandschaft Margeläcker als Bestvariante befunden. Bez, Sereal und Primar Margeläcker werden neu ihren Platz auf der Schullandschaft Margeläcker haben, aber es ist noch offen, wie die Gestaltung genau aussieht. Die heutige Bez wird in ein neues Primarschulhaus umgewandelt, was vielen Primarschülerinnen und Primarschülern einen kurzen Schulweg ermöglicht, die in der Nähe des Zentrums wohnen.  

Vertreter der Schule sind seit Beginn in jeden Planungsschritt involviert. So waren bei der Schullandschaft Margeläcker auch drei Expert:innen aus der Schule Teil des Beurteilungsgremiums und konnten die Pläne aus Sicht des Betriebs genau prüfen.

Die Schullandschaft wird primär für die Schule konzipiert. Wie bei allen anderen Wettinger Schullandschaften wird das Areal für Vereine und Bevölkerung an Abenden, Wochenenden oder sonstigen freien Zeiten geöffnet. Das betrifft zum Beispiel die Turnhallen. Das Areal wird einen Mehrwert für die Schule, das Quartier und die Gesellschaft von Wettingen bringen.

Das Projekt Schullandschaft Margeläcker umfasst Neubauten sowie Massnahmen an den Bestandesgebäuden. Beide zusammen sind notwendig, um eine funktionierende Oberstufe zu ermöglichen. Dazu gehören Klassenräume inkl. Gruppenräumen, NT-Räume, Schulküchen, Mehrzweckflächen, Mensa, Turnhallen, Musikräume, Werkräume, etc. Die Kosten für den Neubau werden auf +/- 80 Mio. Franken geschätzt. Die Sanierung der bestehenden Anlage im Margeläcker beläuft sich auf zirka 40 Mio. Franken. Dieses Geld ist sehr gut investiert, denn es bietet langfristig innovativen Schulraum für kommende Generationen, erleichtert die Lern- und Lehrbedingungen, macht die Schule attraktiv, steigert die Standortattraktivität der Gemeinde und stellt einen Mehrwert für die Quartierbevölkerung und die Kultur- und Sportvereine dar. 

Dafür gibt es drei wichtige Gründe: 
Erstens: die jetzige Bez ist an Kapazitätsgrenzen gestossen. 
Zweitens: es wurden bei der strategischen Planung «Zukunft Schulraum Wettingen» verschiedene Standorte für die Bez, Sereal und die Primarschulen geprüft. Die Wahl des Standorts muss für alle Schülerinnen und Schüler gut sein. Deshalb wurde angeschaut, wie sich die Quartiere entwickeln. Es wurde herausgefunden, dass im Zentrum eine Primarschule fehlt, und viele Kinder entweder sehr weit ins Margeläcker oder sehr weit ins Altenburg laufen müssen. Diese beiden Primarschulen sind bereits heute sehr voll. Eine neue Primarschule am Standort Bez bedeutet, dass das Altenburg nicht auch noch ausgebaut werden muss. 
Drittens: Ein neues Bez Gebäude auf dem Gebiet Margeläcker bietet die Chance, ganz neue Lernformen und Lernräume zu bauen, die im alten Gebäude nicht möglich wären. Für die Oberstufe ist dies ein grosser Gewinn. Es können grosszügige Lernlandschaften, Clusterräume und kleinere Gruppen- und Lernnischen geplant werden, die in einem alten Grundriss nicht realisierbar wären. 

Das Siegerprojekt, das auf der strategischen Planung «Zukunft Schulraum Wettingen» basiert, hat eine Schullandschaft vorgeschlagen mit drei Neubauten à maximal 450 Schülerinnen und Schülern. Diese haben je eigene Schulleitungen, SB, Lehrerzimmer etc. Das schafft übersichtliche Einheiten und ist gleichzeitig effizient, wenn es um das interprofessionelle Zusammenarbeiten geht.  Im Alltag der Schule ist die gemeinsame Anordnung sinnvoll, um pädagogisch flexibel auf heutige und zukünftige Schulanforderungen reagieren zu können. Dennoch fühlen sich die Schülerinnen und Schüler in den Häusern nicht verloren, sondern sind mit den jeweiligen Einheiten und Gruppen verbunden. 

Die Primarschule und dazugehörige Nutzungen bleiben am heutigen Standort und bilden damit eigenständige Einheiten im Westen der grosszügigen Schullandschaft. Klar zugeordnete Aussenräume für die Primarschule und die Oberstufeneinheiten reduzieren Nutzungskonflikte und entsprechen den räumlichen Bedürfnissen der jeweiligen Anspruchsgruppen. 

 

Die Gemeinde Wettingen hat eine ungenügende Selbstfinanzierung. Durch die grossen Investitionen der vergangenen Jahre sind die Schulden angestiegen. Dies ist einerseits belastend, jedoch verkraftbar. Nun steht ein Generationenprojekt an. Das Volk hat die zweckgebundene Vorfinanzierung der Schulraumplanug an der Abstimmung vom 24.11.2024 knapp abgelehnt. Deshalb wird auf die Vorfinanzierung verzichtet. Der Schulraum ist trotzdem dringend notwendig. Die Ablehnung der Vorfinanzierung hat deshalb keinen Einfluss auf die Weiterbearbeitung des Projekts Schullandschaft Margeläcker. Indessen ist durch die Streichung der vorgesehenen Schuldendämpfung von einer höheren Verschuldung auszugehen.

Direkte Anwohnerinnen und Anwohner der geplanten Schullandschaft Margeläcker werden regelmässig durch die Projektverantwortlichen der Abteilung Bau und Planung sowie dem Gemeindeammann informiert. Bei halbjährlichen Treffen können Anliegen vorgebracht und Fragen beantwortet werden. Dies beinhaltet zum Beispiel auch Updates zu den geplanten Lärmschutzmassnahmen während der Bauzeit.

Die Gemeinden, deren Schülerinnen und Schüler in Wettingen die Schule besuchen, beteiligen sich nach Fertigstellung des Baus über die Abschreibungsdauer von 35 Jahren an den Erstellungskosten. Dies betrifft insbesondere den Schulraum, der für die Bezirksschule vorgesehen ist. Die Nachbargemeinden bezahlen somit anteilig an den Schulrauminvestitionen mit. Dies ist kantonal geregelt. 

Per 1. Juli 2024 hat der Regierungsrat die neue Schulgeldverordnung in Kraft gesetzt. Darin wird definiert, welche Kosten für die Berechnung des Schulgelds für Schülerinnen und Schüler ausserhalb ihrer Aufenthaltsgemeinde beigezogen werden dürfen. Es sind dies einerseits Betriebskostenanteile für den laufenden Betrieb sowie andererseits Anlagekostenanteile. Bei den Anlagekosten werden auch Investitionskosten und Kapitalzinsen miteinberechnet. Eine Beteiligung an den Investitionen selbst ist dabei nicht vorgesehen. Eine Beteiligung an den Kosten vor der Fertigstellung ist gesetzlich nicht möglich.

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